Irgendwie war es schade, das Viertelfinale nicht an der Koelnarena oder auf der Zuelpicher Strasse verfolgen zu koennen. Irgendwie war es aber auch schoen, nach dem Schlusspfiff nicht von einer Masse Besoffener erdrueckt zu werden, sondern in einer weissen Nacht am Aurlandsfjord entlangzuspazieren, den Sieg in der Stille zu geniessen und auf die majestaetischen Felsen zu beiden Seiten des Fjords blicken zu koennen. Dabei hatte ich vor dem Spiel unsere Chancen eher schlecht eingeschaetzt, und die portugiesische Ueberlegenheit am Ball schien meinen Pessimismus zu bestaetigen. Aber letztendlich setzte sich die Einsatzbereitschaft und Effizienz unserer Mannschaft mit etwas Glueck durch, und das grosse Zittern nach Helder Postigas Anschlusstor hatte sich gelohnt. Wobei das Maedel, mit dem ich das Spiel schaute -- eine Franzoesin, deren Freund eine Radtour in Norwegen machte -- mich fuer komplett durchgeknallt hielt, als ich ihr sagte, dass Puls und Blutdruck waehrend eines solchen Spiels wahrscheinlich nicht mehr im normalen Bereich seien. Und als ich in der zweiten Minute der Nachspielzeit die Bar verliess, weil ich die Abwehrschlacht nicht mehr ertragen konnte, war es fuer sie "à mourir à rire". Dennoch freute sie sich mit mir ueber den Sieg. Ein grosser Tag fuer Deutschland -- einen so starken und technisch versierten Gegner haben wir in 90 Minuten meines Erachtens seit 1990 (2:1 gegen Holland im Achtelfinale) nicht mehr geschlagen. Unnoetig zu erwaehnen, dass die Strapazen einer Tageswanderung im Regen vergessen waren (uebrigens der erste Tag mit schlechtem Wetter) und ich so gut schlief wie noch nie auf der Reise.
Morgen gibt's mehr -- versprochen!
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